Vergleichsarbeiten (VERA)

Bundesweite Vergleichsarbeiten (VERA)

Seit dem Schuljahr 2007 / 2008 nehmen die Kinder der 3. Klassen an den bundesweit einheitlich durchzuführenden Vergleichsarbeiten (kurz: VERA) teil.

1. Was ist VERA?

Die Abkürzung „VERA“ steht für „VERgleichsArbeiten in der Grundschule“. Die Universität Koblenz-Landau wurde von den Länderkultusministerien beauftragt, eine bundesweite Lernstandserhebung für die Fächer Mathematik und Deutsch in den dritten Klassen deutscher Grundschulen durchzuführen. Mit Testaufgaben, die sich an den Bildungsstandards orientieren, werden die Schülerleistungen in diesen beiden Fächern überprüft. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten können Lehrkräften als Grundlage zur Unterrichtsentwicklung dienen und dabei helfen, ihre Schüler aus einem anderen Blickwinkel zu bewerten. So können Lehrkräften den Lernstand ihrer Schüler/-innen, ihrer Klasse und ihrer Schule im Vergleich mit anderen einschätzen. Derzeit nehmen rund 500 Tausend Schüler an den Vergleichsarbeiten teil.

2. Von wem wurde VERA entwickelt?

Die Aufgabenentwicklung wurde wie das ganze Projekt von den teilnehmenden Bundesländern beauftragt. Eine aus Vertretern aller Länder bestehende Gruppe von Lehrkräften und Mitarbeiter/-innen der Landesinstitute entwickelt die Aufgaben, die in 300 bis 400 ausgewählten Schulen unter Beteiligung von rund 9000 Schülern vorab erprobt werden. Dabei wird die Güte der Aufgaben überprüft sowie deren Schwierigkeitsgrad und Anforderungsprofil nach wissenschaftlichen Kriterien bestimmt. Dieses Vorgehen wird bei VERA „Normierung“ genannt. Für die statistische Auswertung und testmethodische Konzeption ist das VERA-Projektteam der Universität Koblenz-Landau zuständig.

3. Warum werden Vergleichsarbeiten geschrieben?

Die Bildungsstandards für die Fächer Deutsch und Mathematik in der Grundschule beschreiben Fähigkeiten, die am Ende der vierten Klasse von den Schüler/-innen beherrscht werden sollen. Die Vergleichsarbeiten werden im zweiten Schulhalbjahr der dritten Klasse geschrieben, um den Lehrerkräften objektive Informationen über den Lernstand ihrer Schüler/-innen zu liefern und um gegebenenfalls einen Förderbedarf bestimmter Schülergruppen in bestimmten Lernbereichen zu verdeutlichen. Der Vergleich der Ergebnisse mit anderen Klassen, der Schule, dem gesamten Bundesland oder einer sozial ähnlich zusammengesetzten Gruppe, eröffnet Lehrkräften eine über das klasseninterne Bezugssystem hinausgehende Perspektive.

4. Muss mein Kind an VERA teilnehmen?

Die Teilnahme an VERA ist für alle Schülerinnen und Schüler der dritten Klassen verpflichtend. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen: Benötigt Ihr Kind sonderpädagogische Förderung oder lebt es weniger als zwölf Monate in Deutschland und beherrscht deshalb die deutsche Sprache noch nicht ausreichend, liegt es im Ermessen der Lehrkraft, ob es mitschreiben sollte.

Nimmt Ihr Kind in einem solchen Fall an den Vergleichsarbeiten teil, bekommt es zwar eine individuelle Rückmeldung, seine Ergebnisse werden im Vergleich der Klassen jedoch nicht berücksichtigt.

5. Wird VERA benotet?

Die Arbeit Ihres Kindes wird nicht benotet. Schließlich geht es in erster Linie um eine Rückmeldung für die Lehrkräfte, in wie weit ihre Schüler/-innen die in den Bildungsstandards formulierten Kompetenzen bereits erworben haben.

6. Welche Aufgaben werden gestellt?

Die Aufgaben beziehen sich in der Regel nicht auf den direkt in den vorangegangenen Unterrichtsstunden von den Schülerinnen und Schülern behandelten Stoff. Es werden stattdessen Wissen und Fähigkeiten abgefragt, die langfristig im Unterricht erworben wurden. Diese orientieren sich nicht an den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer, sondern an den bundesweit festgelegten Bildungsstandards.

→ Aufgabenbeispiele früherer VERA-Arbeiten

7. Soll sich mein Kind vorbereiten?

Da bei VERA langfristig erworbene Kompetenzen geprüft werden, ist es nicht notwendig und auch nicht sinnvoll, dass sich Ihr Kind auf die Vergleichsarbeiten vorbereitet. Über den Ablauf und die Anforderungen von VERA wird Ihr Kind rechtzeitig vor den Vergleichsarbeiten im Unterricht informiert. Bitte bestärken Sie Ihr Kind lediglich darin, sein Bestes zu geben.

8. Wann finden die Vergleichsarbeiten statt und wie lange dauern sie?

Die Vergleichsarbeiten finden jährlich im April bzw. Mai statt.
⇒Genaue Termine

Die Bearbeitungszeiten hängen von den untersuchten Teilleistungsbereichen der Fächer ab und liegen in der Größenordnung von 45 bis 60 Minuten.

9. Wie werden die Vergleichsarbeiten ausgewertet?

Nachdem Ihr Kind die Vergleichsarbeiten geschrieben hat, korrigieren die Lehrkräfte die Aufgaben. Hierzu stehen Korrekturhinweise zur Verfügung, die für alle teilnehmenden Schulen gleich sind. Die Klassen- und Schülerergebnisse werden dann auf den VERA-Internetseiten in einem geschützten Bereich von den Lehrkräften eingegeben und vom wissenschaftlichen Team in Landau ausgewertet.
Die Rückmeldung erfolgt anonym und wird in erster Instanz der unterrichtenden Lehrkraft im geschützten Bereich von VERA übermittelt. Nur die Lehrkräfte Ihres Kindes können also die Ergebnisse dem jeweiligen Kind zuordnen. Die Vorgaben des Datenschutzes werden bei diesem Vorgehen streng eingehalten.

10. Wie erfahre ich, wie mein Kind abgeschnitten hat?

Nach der Auswertung bringt Ihr Kind die VERA-Bögen zur Einsichtnahme mit nach Hause. Danach müssen sie wieder an die Klassenlehrkraft zurückgegeben werden.
Die Bewertung erfolgt durch die Zuordnung zu einem von drei so genannten Fähigkeitsniveaus, die keine Entsprechungen in Schulnoten haben. In den wöchentlichen Sprechstunden oder beim Elternsprechabend im zweiten Halbjahr bespricht die Lehrkraft mit Ihnen das Ergebnis und klärt bestehende Fragen.