Neu in der Schule

Schulbeginn

Endlich bin ich ein Schulkind! Viele Kinder fiebern dem ersten Schultag entgegen. Der eigene Schulranzen, die schönen Stifte, all die kleinen Dinge, die mit dem Schulstart einhergehen, begeistern das Kind.

Für jedes Kind bedeutet der Schulbeginn den Eintritt in eine neue Welt. Schule ist anders als das Leben zu Hause und sie ist anders als der Kindergarten. Das Kind begegnet neuen Regeln und Anforderungen. Die meisten Kinder sind stolz, ein Schulkind zu sein. Sie freuen sich auf neue Herausforderungen. Sie wissen aber auch nicht so recht, was auf sie zukommt. Darum ist der Eintritt in die Schulzeit ein spannendes Thema.

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule geschieht nicht an einem Tag. Es handelt es sich um einen länger andauernden Prozess. Erst wenn dieser Übergang bewältigt ist, fühlt sich das Kind als Schulkind. Die Schule ist dann ein selbstverständlicher Teil seines Lebens. Meistens fühlt es sich dort wohl und kann die Angebote der Schule für seine geistige, soziale und körperliche Entwicklung nutzen.

Was ändert sich für mein Kind?

Die Kindergartenzeit ist vorbei. Ihr Kind muss sich von den vertrauten Spielgefährten (sofern sie nicht in die gleiche Klasse gehen), den Erzieherinnen und dem gewohnten Alltag des Kindergartens verabschieden.

Die Schule bringt eine neue Ordnung in den Tagesablauf Ihres Kindes. Es muss (außer bei Krankheit) jeden Tag in der Schule erscheinen. Es kann sich die Ruhezeiten nicht selbst aussuchen. Die freie Zeit am Nachmittag wird durch Hausaufgaben eingeschränkt. Die von der Schule bestimmte Ordnung wirkt weit in das Familienleben hinein.

Neue Eindrücke und Anforderungen werden an das Kind gestellt: Es muss seinen Platz in einem neuen Gefüge finden. In der Klasse entstehen neue Freundschaften. Die Beziehung zur Lehrerin ist anders als zur Erzieherin im Kindergarten.

Das Kind lernt, Anforderungen zu meistern, die an ein Schulkind gestellt werden: Es wird für Leistungen gelobt oder getadelt. Es muss sich an neue Regeln halten. Oft müssen Wünsche und Bedürfnisse zurückgestellt werden. Die Vorgaben der Lehrerin bestimmen, was und wie lange es bestimmte Aufgaben erledigen muss.

Aber trotz aller neuen Herausforderungen und Pflichten überwiegen in der Regel doch die Wissbegier und der Stolz, jetzt ein Schulkind zu sein.

Wenn der Ranzen zu schwer ist?

Viele Hefte, Mappen, Bücher und andere Arbeitsmaterialien können in der Schule unter der Bank oder im Schülerregal bleiben.

Im Ranzen muss also immer nur das sein, was an diesem Tag wirklich gebraucht wird. Bitte schauen Sie nach, was überflüssig ist!

In begründeten Fällen stellen wir dem Kind gerne einen doppelten Büchersatz zur Verfügung.

Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Trauen Sie Ihrem Kind etwas zu! Lassen Sie es all die Dinge selbst erledigen, die es möchte, auch wenn es oft länger dauert!

Bieten Sie Ihrem Kind nicht nur Spielsachen an, die im Spielablauf stark eingeschränkt sind. Der Umgang mit Perlen und Naturmaterialien fordert Kreativität und Neugier heraus. Im Spiel oder beim Basteln wird die Feinmotorik geschult. Mit Papier, Kleber und Schere können die schönsten Dinge entstehen.

Ist Ihr Kind in ein Spiel vertieft, bitte nicht stören! Es trainiert seine Konzentrationsfähigkeit.

Sprechen Sie mit Ihrem Kind! Gehen Sie auf seine Fragen ein. Ein Gang in den Wald oder auch ein Museumsbesuch bieten jede Menge Gesprächsstoff. Es befriedigt nicht nur seine Neugier, es lernt auch, Fragen zu stellen und sich sprachlich auszudrücken.

Fördern Sie Besuche bei anderen Familien! Hier sieht Ihr Kind, dass es andere Pflichten und Regeln gibt. Die Müllers haben einen lustigen Hund, die Meiers essen vegetarisch, bei Hubers passt ein Au-Pair-Mädchen auf die Kinder auf. Ihr Kind lernt eine große Vielfalt kennen. Es erweitert sein Wissen von der Welt, Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wachsen.

Auch die Eltern kommen in die Schule. Für die Eltern geht mit dem Schulbeginn eine große Umstellung einher. Von der Gestaltung des Tagesablaufs bis zur Urlaubsplanung wirken nun die Vorgaben der Schule in die Familie hinein. Die Überwachung der Hausaufgaben erfordert Zeit. Damit wird auch ein Teil der Verantwortung für den Schulerfolg von den Eltern übernommen.

Oft werden in der Familie höhere Erwartungen gestellt als nötig. Durch Gespräche mit der Lehrerin können Sie sich informieren, welche Anforderungen tatsächlich vorhanden sind und wo ihr Kind steht. Erwartungen muss das Kind auch erfüllen können! So ersparen Sie ihm unnötigen Leistungsdruck.

Soll ich bei den Hausaufgaben helfen?

Bei jüngeren Kindern werden die Eltern noch einen Blick auf die Hausaufgaben werfen. Das bedeutet nicht, die Aufgaben stellvertretend für das Kind zu machen.

Unterstützen heißt, Anstöße zu geben und mit dem Kind gemeinsam zu überlegen, wie eine Aufgabe gelöst werden kann. „Versuch’s doch erst mal selbst!

Überlegen Sie zusammen mit Ihrem Kind, warum ein Lösungsansatz nicht geklappt hat. So lernt es, Fehler selbst zu erkennen und die eigene Leistung zu prüfen. Ist beispielsweise eine Seite im Heft sehr verschmiert, sehen Sie diese nochmals mit dem Kind zusammen an und überlegen, ob es wirklich diese Seite der Lehrerin präsentieren möchte.

Gerade kleinere Kinder bemühen sich sehr. Loben Sie sie dafür! Anerkennung und Lob sind der beste Motor des Lernens.

Das Kind bekommt ein Gefühl für die eigene Leistung erst langsam. Aber das Motto lautet: Hilf mir, es selbst zu tun!

Wann soll mein Kind Hausaufgaben machen?

Die meisten Kinder brauchen etwas Zeit, bis sie sich an die Hausaufgaben setzen. Der Schulvormittag war anstrengend und sie möchten sich ausruhen oder spielen.

Überlassen Sie den Zeitpunkt Ihrem Kind. Was nicht bedeutet, dass es noch abends in aller Eile die Aufgaben erledigt. Ihr Kind wird schnell selbst merken, dass dieser Zeitpunkt ungünstig ist. Außerdem ist es unangenehm, Teile der Hausaufgaben über den ganzen Nachmittag hinweg herumzuschieben. Dann wird die Zeit zum Spielen knapp.

Haben Sie den geeigneten Zeitpunkt für die Hausaufgaben gefunden, sollte er fest beibehalten werden.

Mein Kind vergisst die Hausaufgaben!

Insbesondere Grundschulkinder, die noch nicht ausreichend schreiben können, können sich die gestellten Aufgaben oft nicht merken.

Aber auch ältere Kinder wissen manchmal nicht, was sie aufhaben. Sie waren vielleicht abgelenkt und haben die Aufgaben nicht in ihr Heft geschrieben.

Greifen die Eltern zum Telefon und rufen andere Eltern an, wird sich ihr Kind an diesen Service gewöhnen.

Eigentlich soll es ja lernen, sich die Hausaufgaben zu merken oder sie zu notieren. Im Notfall kann es ja selbst bei den Mitschülern anrufen. Kommt das häufig vor, hat es auch noch nie geschadet, das Kind ohne Hausaufgaben in die Schule gehen zu lassen; denn auch aus Konsequenzen kann man lernen.